Tribal Style Dance
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Der Tribal Style Dance, auch Tribal Style Belly Dance oder American Tribal Style Belly Dance (ATS) genannt, wurde in den ausgehenden 60er und beginnenden 70er Jahren, in Kalifornien / USA "erfunden".
Der Begriff Tribal Style Dance (die deutsche Kurzform für Tribal Style Belly Dance) wird als Überbegriff für eine große Anzahl von Derivaten des American Tribal Style Belly Dance benutzt. Die Bezeichnung American Tribal Style Dance (oder ATS) ist ein etablierter Begriff der eine eigenständige Tanzform mit feststehenden Regeln bezeichnet. Daher ist es wichtig, zwischen den einzelnen Unterarten des Tribal Style Dance und dem American Tribal Style Belly Dance zu unterscheiden.
(Anmerkung durch Bashirah: Inzwischen gibt es verschiedene Begrifflichkeiten, die grob dasselbe umfassen. Entstanden sind diese weiteren Abkürzungen durch Streitigkeiten über Definitionen und Urheberrechte. Eine Form zum Beispiel ist: Improvisational Tribal Style Dance, kurz: ITS.)
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Tanztheorie
Im Tribal Style Dance werden verschiedene Elemente aus der orientalischen Folklore Nordafrikas, Ägyptens und des Magreb verschmolzen mit Tanzbewegungen unterschiedlichster Herkunft. So werden und wurden die ursprünglich orientalischen Tanzbewegungen mit afrikanischen, spanischen, indischen und auch indianischen kombiniert, aber auch mit Elementen des Modern Dance, Jazz Dance, und des Polynesischen Tanzes.
Im Tribal Style ist der Fokus immer auf die Gruppe (den Tribe, dt. Stamm) gerichtet, aus der Solotänze, Duette oder Triodarbietungen hervorgehen können. Das Solo wird im Tribal Style Dance als zusätzliches Element innerhalb der Gruppe getanzt.
Um Soli, Duette oder Änderungen der Bewegungsabläufe in der Gruppe anzukündigen, werden bestimmte Kommandos (sog. Cues) und auch Absprachen (festgelegte Bewegungsabläufe = Kombis) oder auch die Art der Bewegungen werden festgelegt) verwendet, die von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein können und Improvisationen innerhalb der Gruppe ermöglichen.
Zu den Cues gehören Handbewegungen, Veränderungen in der Tanzhaltung, Seitenblicke, Kopfdrehungen, aber auch aktustische Signale. Vor allem Solis und Duette werden von den einzelnen Tänzerinnen mit akustischen Signalen angekündigt. Dementsprechend können innerhalb der Gruppe sogenannte call-and-answer Tänze gezeigt werden, in denen die Solistin mit der Gruppe über diese Signale kommuniziert. In den meisten Tanzdarbietungen des Tribal Style stellt sich die Gruppe als ruhender Hintergrund (Chorus, z. B. Halbkreis oder "V"-Formation) auf, während die Einzeldarbietungen im Vordergrund gezeigt werden.
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Eine weitere Theorie des Tanzgefühls im Tribal Style Dance lautet:Der Tribe (die Tanzgruppe) rekonstruiert, was hätte sein können. Die Grundlage ist ein orientalischer Tanzstil, der sich den Anstrich des Ethnischen gibt, ohne notwendigerweise zu versuchen, "authentisch" zu sein. Das Wandergebiet nomadischer Stämme umfasst(e) häufig einen großen Bereich, so nahm jeder Stamm "geborgte" Elemente von Kleidung oder Tanzstilen anderer Kulturen auf, mit denen er in Berührung kam. In dieser Tradition der ständigen Entwicklung, leben die verschiedensten Tribes und schaffen nach ihrem "Gusto", ihren eigenen Tanz des Tribal Style Dance, wie auch ihre eigene persönliche Kostümierung und Symbolik.
Für die Zuschauer(innen) liegt der Reiz von Tribal Style Dance vor allem in der starken Präsenz und Harmonie der Gruppe, in den synchronen Bewegungen und natürlich auch in den phantasievollen und authentisch wirkenden Kostümen. Die Tänzerinnen zeigen ein Bild stolzer Frauen, die gemeinsam mit ihren Stammesschwestern auftreten und eine Gemeinschaft bilden. Jede Gruppe, jeder Tribe, bildet für sich eine Gemeinschaft mit eigener Symbolik und Gestaltung der Kostüme. Die Ausprägungen des Tribal Styles sind daher ebenso unterschiedlich, wie die einzelnen Gruppen und können nicht allgemeingültig beschrieben werden.
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Kostüme und Accessoires
Das Kostüm des Tribal Style Dance ist inspiriert durch traditionelle Kleidung und Schmuck aus Nordafrika und Asien. Sehr häufig sieht man auch typischen "Zigeunerschmuck" oder auch indianische Kleidungsstücke. Meist wird als Grundkostüm eine Pumphose, ein weiter Rock, ein Choli (Kurzbluse) und ein Gürtel mit Troddeln, Verzierungen und Silberschmuck, getragen. Bei den Kostümfarben herrscht noch immer Schwarz vor, da es - in Anlehnung an die marokkanischen Berber und indischen Zigeuner - die Farbe der ersten FCBD Tänzerinnen war und weil Schwarz einen dramatischen Bühneneffekt hat. Inzwischen sind die Kostüme der meisten Tribal Style Tänzerinnen bunter geworden, und es werden auch grelle Farben und Farbkombinationen, sowie Kleidung aus offensichtlichen Kunstfaserstoffen verwendet - u.a. sind in den letzten drei Jahren in den USA und Europa die sogenannten White Tribal Costumes in Mode gekommen, Kostüme in einem gedeckten Weiß.
Der Schmuck der Tänzerinnen sollte möglichst üppig bis überreich sein, d.h. wirkt es auf Zuschauer eher überladen, ist es die richtige Anzahl an Ketten, Ringen, Armreifen, Ohrringen, Haarschmuck und Arm- und Fußketten. In der Regel wird vor allem Silberschmuck getragen, weiter werden Naturmaterialien wie Muscheln, polierte Steine, Wollfäden oder Filz verwendet. Der Silberschmuck im Tribal Style Dance ist deswegen so verbreitet, weil er der traditionelle Schmuck der meisten Völker des orientalischen Kulturkreises ist und von den ersten Tribal Tänzerinnen aus den USA getragen wurde. Viele Tänzerinnen tragen einen mit Münzen bestickten BH, wie er auch von den ersten Tänzerinnen der Gruppe FCBD getragen wurde. Auf dem Kopf der Tänzerinnen werden reich- bis üppig bestickte und dekorierte Turbane getragen. Inzwischen sind auch Helme, folkloristische Kopfbedeckungen aus Persien, Rastazöpfe mit üppigen Haarteilen und Haarbändern, Seidenblumen und in die Haare eingearbeiteter Schmuck in Mode gekommen.
Als Tanzaccessoires werden oft Zimbeln benutzt, dazu auch Säbel, Schleierfächer, Körbe, Speere, Schleier, Tücher, Messer, Pois oder indischen Tanz- und Kampfstöcke.
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Schminke und Tätowierungen
Schminke stellt neben dem Kostüm und Schmuck einen sehr wichtigen Teil der Tribalkostümierung dar. In den USA lehnen einige Tribaltänzerinnen die Verwendung von Makeup ab, da dies den patriachalischen Mechanismus unterstütze und es feministischen Anschauungen widerspreche. Trotz dieser Einwände hat sich im Tribal Style Dance starkes Makeup durchgesetzt.
Tätowierungen, bzw. Körperbemalungen sind im Tribal Style Dance eine sehr typische Form des Körperschmucks. Vor allem Gesichtstätowierungen, aber auch Tätowierungen auf Händen, Füßen, Bauch und Rücken sind beliebte Mittel individuelle Symbole oder Stammessymbole als authentisch wirkenden Körperschmuck zu zeigen. Typische ATS Tätowierungen sind in einfachen Mustern gehaltene Gesichtszeichnungen, die angelehnt sind an die Tätowierungen der Frauen im Magreb. Die Gesichtstätowierungen der meisten Tribaltänzerinnen sind nicht-dauerhafte Bemalungen mit Kajalstiften oder wasserfesten Eyelinern. Diese Tattoos werden zur Unterstützung eines dramatischen Effekts, Verstärkung des rituellen Charakters des Tanzes oder aus rein ästhetischen Gründen benutzt. Dabei sollte immer die ursprüngliche Bedeutung und der kulturelle Kontext des verwendeten Musters und Zeichnung beachtet und gewahrt werden. Viele Tänzerinnen verwenden als Haupttattoo ihr Stammessymbol, welches zum Teil reine Eigenkreationen sind und die Zugehörigkeit zu ihrer (Tanz-)Familie, ihrem Stamm (Tribe) zeigt.
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Musik
Je nach der Ausrichtung des Tribes, kann jede Musik zum Tanz verwendet werden, die das Stammesgefühl am besten ausdrückt. Meist ist die verwendete Musik eher folkloristisch mit durchgehenden Rhythmen. Europäische Gruppen verwenden inzwischen gerne mittelalterliche Musik, aber auch Heavy Metal- oder Meditationsmusik kann verwendet werden. Im Tribal Style Dance ist fast alles erlaubt.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie